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Blog von Vanish
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erstellt: 18.12.06, 20:51:03 Uhr
Ich möchte mal etwas über Musik erzählen. Und über das Internet. Und über das, was passiert, wenn man beides miteinander kombiniert.

Dass ich ein Musikverrückter bin, dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein. Und da bin ich vor einiger Zeit auf >Pandora.com< gestoßen, welche außer einem der coolsten URLs auch das beste Tool für Musikliebhaber bereithält: Pandora Internet Radio. Ausgehend von einer bestimmten Band oder auch nur einem bestimmten Song schlägt dieses einem weitere Songs und Musiker vor, die ähnlich klingen und einem vielleicht auch gefallen könnten.

Okay, so weit, so gut, da gibt es noch >andere<, die ähnliches anbieten. Aber bei Pandora wird der betreffende Song und die dazugehörigen Vorschläge auch gleich gespielt. Indem man dann Rückmeldungen gibt, welche Songs einem gefallen und welche nicht wird die Auswahl immer feiner. Man kann sich dann selbst eine Liste von hörenswerten Songs oder Musikern anlegen, die Station mit anderen teilen oder einfach einen neuen Song nehmen und eine weitere Radiostation anlegen. Hell Mary, und alles umsonst!

Mit Radio konnte ich bisher nicht viel anfangen, aber diese Form des Radios, das ist die Zukunft.
erstellt: 08.12.06, 21:22:37 Uhr
Wie geht es mir?

Ich weiß es nicht. Ich habe den heutigen Tag damit zugebracht, das Mac OSX GUI stark zu modifizieren. Jetzt erklingen bei jeder Systemaktion futuristische Sounds, das Design von Menüs und Fenstern ist ebenfalls modifiziert worden, ebenso wie der Mousecursor. Nicht weniger als 5 zusätzliche >Haxies< sind dafür aktiv. Sicher, das ist eine ziemliche Verschwendung von Zeit und Geld, aber es ist schön, individuell, und es beschäftigt einen. Ich wünschte, Apple würde endlich Leopard herausbringen.

Wie geht es mir?

Keine Ahnung. Deswegen schreibe ich das alles ja auch, denke ich. Weil man ja erst weiß, was man denkt, wenn man es aufgeschrieben hat. "Niemand kennt sich selbst. Nur aus den Folgen seines Tuns, aus den Früchten der Werke, lässt sich ermessen, was man zu erwarten hat." * Ich überlege die ganze Zeit schon, ob ich nicht eine Art Audioblog führen soll, wie Agent Cooper aus "Twin Peaks", der seine Gedanken bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf ein Diktiergerät gesprochen hat. Drei Dinge haben mich bisher davon abgehalten:
1. Ich komme mir doch ziemlich lächerlich dabei vor.
2. Die Gelegenheiten, bei denen man ungestört Selbstgespräche mit seinem Diktiergerät führen kann, sind doch sehr rar gesät.
3. Just in dem Moment, an dem die Aufnahme beginnen soll, sind meine Gedanken plötzlich alle verschwunden und ich weiß wirklich nichts mehr.**

Wie geht es mir?

Ich weiß es nicht. Das I Ging ist der Ansicht, ich sollte arbeiten, tätig sein, etwas unternehmen. Es hat wahrscheinlich Recht, wie immer. Es ist die Untätigkeit, die mich unzufrieden sein lässt, in der ich Dinge kaufe, die ich eigentlich (noch) nicht brauche. Ich überlege schon die ganze Zeit, ob - nein, nicht ob, sondern wie - ich mit meiner Musik auftreten soll und dabei vielleicht sogar ein bisschen Geld verdiene. Es wäre eigentlich ganz einfach: In irgendeine Kneipe gehen, den Wirt fragen, ob man auftreten darf, und anfangen zu spielen. Nur - ich mag keine Kneipen, keine Wirte und ich befürchte, das dortige Publikum mag meine Songs nicht.

Sicher, es ist die Angst. Die Angst vor Ablehnung, vor peinlichen Momenten, vor dem Unbekannten. Und ich denke, das ist es, warum es so wenige Musiker und so viel Publikum gibt: Weil nur wenige auch den Mut besitzen, es mit letzterem aufzunehmen. Und deswegen gibt es so viele gute Musik, die niemand kennt, und so viele schlechte Musik, die jeder kennt. Weil man schon ein gerütteltes Maß an Ignoranz, Überheblichkeit und Narzissmus besitzen muss, um das Publikum zu ertragen.

Wie geht es mir? Ich weiß es nicht. Niemand kennt sich selbst. Aber ich wünschte, Apple würde endlich Leopard herausbringen.

__________
* R. Wilhelm, I Ging
** Nicht "Nichts" wie in "oh, mir fällts gerade nicht mehr ein", sondern "Nichts" wie in "oh, ..."
erstellt: 02.12.06, 19:53:16 Uhr
Ach ja, was mache ich bloß? Eigentlich das selbe, wie jeden Abend: Nichts. Und in meinem Fall ist nichts zu machen ein Haufen Arbeit. Es genügt nämlich nicht, einfach nichts zu machen, sondern um wirklich professionell nichts zu machen muss man die Kunst beherrschen, sich über Stunden mit Dingen zu beschäftigen, die keinerlei Auswirkungen zeigen und dabei auch noch beschäftigt wirken, so dass man mindestens einmal die Stunde auch wirklich gefragt wird, was man denn gerade mache, um daraufhin dann zufrieden, aber grimmig antworten zu können: "Nichts."

Das Nichts war in meinem Fall heute eine Kombination aus eBay-Gesurfe, bei dem ich mir eine Menge schöne und billige Sachen angesehen habe, die ich nicht brauche und mir nicht leisten kann, gefolgt von einem Blick auf die Aktienkurse und einigem Kopfzerbrechen darüber, welche Papiere ich jetzt endlich verkaufen sollte, um mein Konto, das durch den Kauf von Kopierer, Faxgerät und Safe doch einiges zu erleiden hatte, wieder auszugleichen. Ich habe mich dann für Google entschieden, weil ich da wenigstens einige Gewinne verbuchen kann und das Papier - in meiner verdrehten Weltsicht zumindest - irgendwie mit Xerox-Kopierern in Verbindung steht. Um auf Nummer sicher zu gehen werfe ich noch ein paar DaimlerChrysler hinterher, schließlich will ich nächstes Jahr auch noch ein anderes Auto. Oder zumindest die Versicherung für das derzeitige bezahlen können.

Dann habe ich die Presserubrik durchforstet und einige Artikel über das mit dem Nichts verwandte Nichts-Bestimmtes gelesen, in einem Anflug von Bildungsbürgertum das Zeit-Probe-Abo bestellt und bin schließlich auf dem Zeit-Netzmagazin "Zünder" auf das >Blog von Selim Özdogan< gestoßen, welchem ich nun diesen Eintrag zu verdanken habe. Ich hätte vielleicht besser weiter Nichts gemacht.
erstellt: 20.11.06, 19:06:11 Uhr
Oh my. Drei Artikel geschrieben und schon ist Feierabend. Drei angedachte "trains of thought" sind alles, was ich in den letzten paar Wochen zustande bekommen habe. Das ist schon armselig. Man sollte meinen, Nachdenken sei die einfachste Sache der Welt, man reiht einfach Gedanken an Gedanken, wie sie gerade kommen. Aber momentan fällt es mir so schwer, mich auf eine Sache zu fokussieren. Vielleicht ist das das Leid des Internet-Menschen (homo informationis), der von Themen und Thesen überströmt wird - oder sich vielmehr überströmen lässt - dass er kaum mehr die Muße findet, irgendetwas wirklich in die Tiefe zu überdenken und zu einem für ihn befriedigenden Abschluss zu bringen.

Aber ist das nicht seltsam? Man sollte meinen, dass auch diesen Menschen bestimmte Themen derart fesseln, dass er gar nicht anders kann, als darüber zu meditieren. Es ist wahrscheinlich wirklich so, dass Motivation nicht etwas ist, das von dem Ding (dem Thema) ausgeht, sondern ein Potential darstellt, ein Reservoir an geistiger Energie, das durch die Themen angezapft wird. Wenn nun sehr viele Themen sich dieses Reservoirs bedienen bleibt für jedes einzelne natürlich weniger Energie übrig, als wenn es nur ein paar sind.

Das heißt, schon das lesen und überdenken eines Themas, oder irgendeines geschriebenen Werkes, beansprucht bereits einen Teil dieser Motivation, die dann für Themen, die einem eigentlich wichtig sein sollten, oder die man eigentlich gerne näher betrachten möchte, fehlt. Natürlich regeneriert sich auch Motivation irgendwann, doch in meinem Fall deutlich langsamer als ich sie verbrauche, weshalb mein Interesse über tausenderlei Dinge ausgestreut ist und ich Mühe habe, es beisammen zu halten. Hier hilft nur noch, das eigene Interesse auf wenige Themen zu beschränken. Welche das sein sollten, und wie das zu bewerkstelligen ist, das ist eine Sache, über die es sich wirklich lohnt, nachzudenken.
erstellt: 27.05.06, 19:13:29 Uhr
...doch nichts geht jemals wirklich verloren.
erstellt: 11.03.06, 15:16:18 Uhr
Ist das nicht merkwürdig? Ich meine, die ganze Zeit, die ich nichts rechtes zu tun hatte und meine Abende mehr oder weniger im Internet vertrödelt habe, bin ich zu spät ins Bett und jeden Tag auch wieder zu spät (und völlig unausgeschlafen) wieder raus. Jetzt hingegen arbeite ich jeden Tag ein wenig am Daltilon-Projekt, und sobald ich müde werde, trolle ich mich ins Bett. Ich bin ausgeschlafen, ausgeruht und voller Ideen. Das ist es doch schließlich, wofür der Schlaf da ist: Nicht, dass man sich ausruht vor den Anstrengungen des Tages - dafür könnte man auch wach bleiben - sondern dass man zuhört, was Morpheus zu sagen hat. Und was er alles zu sagen hat: Er erzählt von Ideen, die man nie gehabt hat, von Ländern, in denen man nie gewesen ist, von Zukunften und Vergangenheiten, die es nie gegeben hat und von einem Ich, das Ich nie gekannt habe.
erstellt: 07.03.06, 20:55:37 Uhr
Okay, ich breche mal wieder meine eigenen Regeln und schreibe, was ich heute bekommen habe. Es waren nämlich gleich drei tolle Sendungen in der Post: Erst einmal eine neue Arbeitstasche - gut, die ist nur peripher interessant, auch wenn ich mich sehr darüber gefreut habe. Sodann aber auch eine DVD mit sämtlichen Hellblazer-Comics (gescannt) und ein Paket mit 65 von 75 Sandman-Comics - insgesamt über 350 Comics, eine Lektüre, die mich die nächsten Monate wie keine andere fesseln wird.

Ich berichte das nicht, weil es interessant ist, was ich in der Post habe, oder um mit meinem literarischen Geschmack (der schlecht genug ist) oder meinen Habseligkeiten zu protzen, sondern eigentlich, weil diese Sendungen äußerer Ausdruck einer neuen inneren Einstellung sind. Goethe selbst ist es, glaube ich, der annahm, dass sich alles in der Natur in zwei Bewegungen entwickelt: Systole und Diastole, nach innen und außen. Meine "äußere" Bewegung ist inzwischen zum Erliegen gekommen, was man unter anderem daran beobachten kann, dass ich mich kaum noch an Diskussionen hier beteilige. Dafür hat eine Bewegung nach innen begonnen, der die Comics als Nahrung dienen.

Und noch etwas ist dadurch wiederbelebt worden: Das Daltilon-Projekt, das ich vor zwei Jahren aufgegeben habe. Nachdem die Reden der Nacht niemals fertiggestellt wurden, habe ich mit dem Paradoxon-Protokoll die dritte Auflage des Regelwerkes begonnen (die natürlich auf den vorangegangenen basiert und ich daher viele Teile daraus entnehmen kann). Die Konzeption ist ähnlich wie in den Reden der Nacht, jedoch in sich stimmiger und wesentlich atmosphärischer. Obwohl ich erst sechs Seiten davon fertig habe, bin ich schon jetzt stolz darauf. Insgesamt kann man sagen, dass diese Daltilon-Version die bisher durchdachteste und ehrgeizigste ist, und ich bin gespannt, ob ich es irgendwann fertig bekomme. Schließlich ist das Paradoxon-Protokoll nur ein Teil des Systems - die Bücher der Magie, der Daltilon-Atlas und die Kampfeskunst sind ebenfalls geplant, konzipiert und in Arbeit.

Sobald ich damit einigermaßen fortgeschritten bin, will ich es natürlich auch wieder spielen - etwas, worauf ich mich schon jetzt sehr freue. Und dafür brauche ich natürlich Mitspieler...
erstellt: 22.02.06, 19:46:28 Uhr
Das I Ging ist der Ansicht, dass unsere Site nun langsam fertig ist. Bei einer neuerlichen Befragung ergab sich das Zeichen Gi Dsi - "Nach der Vollendung"
Zitat:
Gelingen im Kleinen. Fördernd ist Beharrlichkeit.
Im Anfang Heil, am Ende Wirren.


Dass man nun nur noch im Kleinen Gelingen haben kann, ist leicht einzusehen. Dass sich der paradiesische Zustand der Vollendung nicht ewig erhalten lässt und schließlich in Wirren übergeht, auch. Die Frage ist nur, wie lange die Zeitspanne zwischen diesem und jenem Zustand dauert. Wilhelm warnt in seinem Kommentar vor der Gleichgültigkeit als Wurzel allen Übels, woraus schließlich die Wirren entstünden.

Die erste Wandlungslinie warnt davor, jetzt allzu ungestüm voranzudrängen.
Zitat:
Er hemmt seine Räder.
Er kommt mit dem Schwanz ins Wasser.
Kein Makel.

Wenn man also seine Räder hemmt, damit sie nicht ungebremst davonrollen, dann kann es einem ergehen wie dem Fuchs, der das Wasser schon überschritten hat, aber noch seinen Schwanz nass macht. Darin liegt allerdings kein Makel.

Die zweite Linie hingegen ist nicht ganz leicht zu verstehen.
Zitat:
Die Frau verliert ihren Wagenvorhang.
Lauf ihm nicht nach, am siebten Tage bekommst du es.

Der Wagenvorhang ist das, was die Frau vor den Blicken der Neugierigen schützt. Solch einen persönlichen Schutz verliert man, soll ihm aber nicht nachlaufen, denn er wird von alleine wiederkehren.

Die dritte Wandlungslinie ist wieder etwas klarer:
Zitat:
Der hohe Ahn züchtigt das Teufelsland.
Nach drei Jahren überwindet er es.
Gemeine darf man nicht verwenden.

Mit dem "hohen Ahn" und dem "Teufelsland" ist der Herrscher Wu Ding und seine Kolonialkriege gegen die Hunnen gemeint. Es geht also um eine schwierige und langwierige Expansion, zu der man keine Gemeinen gebrauchen kann.

Die letzte Linie stellt schließlich eine Warnung dar:
Zitat:
ER kommt mit dem Haupt ins Wasser. Gefahr.

Üblicherweise gelingt dies nur, wenn man sich dem Wasser (der Gefahr) zuwendet, wobei Wilhelm hier der Ansicht ist, dass es sich um eine Gefahr handeln muss, die man bereits überwunden hat und zu der man sich nochmal umwendet.

Es handelt sich also insgesamt um eine sehr günstige, zufriedenstellenden Situation, in der alles erreicht wurde, was man erreichen wollte. Die Site steht, sei funktioniert, die Gäste kommen nach und nach herbei und ein reger Betrieb stellt sich ein. Nun darf man sich aber nicht zurücklehnen und den Dingen ihren Lauf lassen, sondern soll beständig auf der Hut sein, dass sich kein Übel einschleicht.

Dieses Übel kann nun von außen kommen, indem man seinen persönlichen Schutz verliert, oder von Innen, indem man sich Probleme, die man längst überwunden hat, erneut verliert.

Dass die nun folgende Expansion der Besucherzahl und die damit einhergehende Bekanntheit und Belebtheit ein schwieriges und langwieriges Unterfangen ist, zu dem man nur die tüchtigsten einsetzen sollte, kann nicht genug betont werden.
erstellt: 11.02.06, 19:34:50 Uhr
Merkwürdig. Sobald man etwas in sein "Blog" schreibt stellt sich nicht der von "normalen" Tagebüchern gewohnte Effekt des erleichterten Vergessens ein, sondern vielmehr ein anderer, der mich noch etwas verwirrt: Man macht dadurch nämlich seine Probleme gewissermaßen zur Angelegenheit der Allgemeinheit. Was natürlich die Frage nach sich zieht: Was interessiert die Allgemeinheit meine Probleme und was gehen sie sie überhaupt an? Vielleicht schreibe ich deshalb auch nur Dinge, die direkt oder indirekt zumindest mit diesem Café zu tun haben, aber das ist noch keine Antwort auf die Frage.

Also: Ein Blogeintrag - so sehr man auch beteuert, er sei eine rein private Sache - ist eine Botschaft an die Allgemeinheit, das "Publikum". Dieses Publikum wiederum ist darüber hinaus noch seiner Möglichkeit beraubt, wie gewohnt mit einer solchen Botschaft umzugehen: Nämlich darauf zu antworten und dadurch den Ball wieder dem Verursacher zuzuspielen. So aber bleibt die Botschaft eine einseitige und der Empfänger ist wohl oder übel gezwungen, sie bei sich zu behalten und irgendwo innerlich zu verarbeiten. Bisweilen hilft es, sich mit anderen darüber auszutauschen, aber eigentlich redet man nicht über fremde Blogs hinter dem Rücken des Autors (und mit dem Autor schon gar nicht), deshalb ist das im Wesentlichen eine ziemlich gemeine Sache, Probleme aufzunehmen, mit denen man nichts anderes tun kann, als sie zu ertragen.

Ergo kann man es wohl irgendwie als stillos, zumindest als wenig rücksichtsvoll bezeichnen, seine privaten Probleme in einem Blog zu veröffentlichen. Und deshalb schreibe ich hier nichts davon.

Worüber kann man aber sonst in seinem Blog schreiben? Tagebücher sind nun mal voll von Problemen, von denen jeder wahrlich genug hat. Naja, hie und da findet sich auch eine Idee, ein interessanter Gedanke oder eine mehr oder weniger ausführliche Überlegung um etwas Ordnung in das Chaos des eigenen Weltbildes zu bringen. Derartige Elaborate sind jedoch im Forum wesentlich besser aufgehoben, weil andere vielleicht dazu ebenfalls eine gute Idee oder Erfahrungen gesammelt haben.

Bleibt noch das völlig nutzlose, der geistige Ausschuss gewissermaßen: Halb Angedachtes, Bruchstückhaftes, Anekdotisches, Unverständliches und Irrationales. Ob man das allerdings überhaupt der Allgemeinheit zugänglich machen sollte, bleibt jedem selbst überlassen. Dann allerdings gibt es noch das... völlig andere. Der gemeinsame Traum, der gemeinsame Gedanke, die gemeinsame Idee, die alle etwas angeht, die man aber mit niemandem besprechen will. Wie das I Ging. Oder der Traum von gestern Nacht.

Ja, auch das ist ungerecht, ich weiß. Aber so ist das nun einmal.
erstellt: 10.02.06, 19:43:31 Uhr
Heute Nacht war ich in einem großen Hochhaus, in dem ich versuchte, möglichst unbemerkt über die Nottreppe nach oben zu gelangen. Ich erreichte schließlich das vorletzte Stockwerk, wo ich die Nottreppe verließ (weil sie dort endete?). Zum letzten Stockwerk führte hier nun eine breite, prunkvolle Treppe hinauf.

Mit mir sind mehrere Freunde. Das letzte Stockwerk ist ein großer Salon, der als Café konzipiert ist, sehr festlich ausgestattet. Jedoch fehlte dem Gründer ein bestimmtes, sehr teures Gerät für seine Bar, ohne das der Ausschank nicht funktioniert, weswegen das Café nie eröffnet wurde.

Ich steige zum letzten Stock hinauf. Der Saal ist völlig verlassen, nur der Besitzer, ein alter Mann, steht dort traurig in seinem leeren Café. Als wir kommen, wendet er sich zum Gehen.

Die eine Wand des Saales besteht aus einer einzigen Glasscheibe, die in einem leichten Bogen verläuft. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt. Draußen dämmert der Morgen. Direkt gegenüber, etwas unterhalb, sehe ich eine Leuchtreklame mit dem Slogan "for ordinary (Reiche?) and ordinary punks." Mir scheint das ungemein bedeutsam, um an das fehlende Gerät zu gelangen und das Café in Besitz und Betrieb zu nehmen.
erstellt: 02.02.06, 21:34:05 Uhr
What a dream I had
Pressed in organdy
Clothed in crinoline
Of smoky burgundy
Softer than the rain

I wandered empty streets down
Past the shop displays
I heard cathedral bells
Tripping down the alleyways
As I walked on

And when you ran to me
Your cheeks flushed with the night
We walked on frosted fields
Of juniper and lamplight
I held your hand

And when I awoke
And felt you warm and near
I kissed your honey hair
With my grateful tears
Oh I love you, girl
Oh I love you
erstellt: 20.01.06, 18:35:02 Uhr
Ich frage mich, ob all das, was ich hier und anderswo an die Adresse meiner virtuellen Gesprächspartner gerichtet schreibe, nicht eher und eigentlich mir selbst gelten sollte. "Klar," sagen jetzt die, die's schon immer gewusst haben: "Ich hab's schon immer gewusst." Aber ich habe es eben nicht immer gewusst und weiß es nicht einmal jetzt ganz genau. Denn nur, weil es Sinn macht, muss es noch lange nicht wahr sein. Und nur, weil es wahr ist, noch lange keine Gültigkeit haben.

Was das Selbst angeht, so bin ich diesem jedenfalls nicht näher als jeder andere hier, eher im Gegenteil. Mein Leben verläuft in immer engeren Kreisen zwischen Arbeitsstätte, Familie und diesem Forum hier. Man kann sich kaum etwas einseitigeres vorstellen, und doch muss man erst einmal erkranken, um das richtig zu spüren. Denn dass meine Sinne krank sind, das spüre ich jetzt. Nichts mag mir mehr schmecken, geschweige denn mich reizen. Jeder Versuch, "die Seele durch die Sinne zu heilen" (O. Wilde) ist bei mir zum Scheitern verurteilt, denn dazu sind sie viel zu grob und unentwickelt.

Ja, es stimmt wohl: Der schwarze Dr. Adams aus Sphere ist auch mein Sorgenkind. Doch auch diese Wahrheit bringt mich nicht weiter, denn ich weiß noch lange keine Lösung dieses Problems. Vielleicht ist es dafür auch noch gar nicht an der Zeit. Doch was spielt die Zeit für die Seele schon für eine Rolle? Manch einer wird bereits mit einer alten Seele geboren, und kann niemals jung werden. Ich frage mich, ob es gerade das Schicksal dieser Frühvollendeten ist, dass sie jung sterben müssen, sobald sie erreicht haben, wozu sie die Gabe besaßen. Das erinnert mich daran, dass ich noch gar nichts erreicht habe von dem, was ich erreichen wollte. Und das erinnert mich daran, dass ich mal wieder auch völlig falsch liegen könnte.
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