Blog von Glycerine
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erstellt: 07.08.06, 01:17:48 Uhr
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tja. hab gebloggt, aber da war irgendwie so ein komischer Fehler...zumindest ist nix mehr da.
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erstellt: 13.03.06, 20:02:13 Uhr
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Wie war das noch mit dem "wenigstens für einige Zeit keine Achterbahn fahren müssen"?
Tja, nachdem ich nun endlich die Kindergeldkasse dazu bekommen habe, sich um den Antrag meines Vaters zu kümmern (Ende dieser Woche sollte er bearbeitet sein, hieß es, da waren sie noch schnell. Mein Vater hat vorhin angerufen), sind die natürlich erstmal drauf gekommen, das Geld zurück zu fordern, dass meine Mutter letztes Jahr für mich bekommen hat... Jetzt soll mein Vater 1000 Euro zurückzahlen. Dabei ist er nicht der Leistungsberechtigte gewesen... Ich versteh denen ihre Logik nicht. Naja, wahrscheinlich wird das mit dem verrechnet, das sie seit Oktober zahlen müßten und ich habe wieder kein Geld- zumindest bis Mai. So langsam hoffe ich, das Bafög-Amt hat meinen Vorrausleistungsantrag unter den Tisch fallen lassen (zumindest hab ich von denen noch nichts gehört und bekomme weiterhin nur die 280 Euro, die mir zustehen), weil das eh nur ein genauso böses Ende nehmen würde. Bei diesem Bürokratie-Dschungel blicken die selber nicht durch. Erst heißt es (Kindergeld): das Jahreseinkommen des Kindes darf X nicht überschreiten. Dann heißt es, ab einem bestimmten Alter zählt der monatliche Betrag Y- egal wie man es rechnet. Ich bin da nicht drüber und selbst wenn, hieß es: der Berechtigte (Mama) muß zuviel gezahltes Kindergeld zurückzahlen. Tja. Und nun gibt es ein Erbrecht auf die Schulden. Wo haben die das nur so schnell hergezaubert. Und wieso haben sie das Kindergeld Anfang letzten Jahres bewilligt, wenn ich doch keinen Anspruch gehabt habe...die spinnen, die Beamten!
Naja, heute um 12 Uhr (ich lag noch in den süßesten Alpträumen) klingelt mein Handy (was an sich schon überraschend ist) und ich soll für einen abgesprungenen Probanden bei einem Hautexperiment einspringen. Das bringt 80 Euro! Da bin ich doch dabei lol. Leider bedeutet das, von heute bis nächsten Di (außer am WE) jeden Tag in Jena rumhängen, weil die zweimal am Tag einen Verträglichkeitstest machen mit 4 Stunden Abstand dazwischen. Bin also grad erst nach Hause gekommen und ich hatte total vergessen, dass Winter ist. Meine Zehen waren taub und haben eine komische Farbe . Naja. Werd wohl morgen dickere Socken anziehen müssen.
Ansonsten (da isses wieder ) hab ich die Pause genutzt, um diverse Bücher zurück zubringen und neue auszuleihen. Werd mich jetzt in die Gesellschaftstheorie (Schwerpunkt des 2. Semesters) reinfuchsen, vor allem die Ansätze von Tönnies (Gemeinschaft und Gesellschaft) und Foucault (Macht)und einen Abriß der Entwicklung des Gesellschaftsbegriffs.
Dann hatte ich noch einen wachen Moment, der mich davor bewahrt hat, mich vollends in den Ruin zu stürzen. Seit Sanni da war, hab ich mir in den Kopf gesetzt, mich wieder mehr der klassischen Literatur zu widmen, aktuell: Oscar Wildes Bildnis des Dorian Gray und DeFoes Robinson Crusoe. Leider hat die Unibibliothek die Werke nur im Original und ich hätte sie mir wahrscheinlich in einem Anfall von Kaufrausch (ein Grund, warum ich keine Buchhandlung mehr betrete) bei Thalia erstanden. Es gibt Dinge, die können nicht warten!!! Aber ich habe etwas viel cleveres getan: ich bin jetzt Mitglied in der Jenaer Stadtbücherei. Die haben auch DVDs (da mußte ich an Van denken und hab mich gefragt, wieso ich da nicht schon früher drauf gekommen bin) und so hab ich 7 Euro ermäßigten Jahresbeitrag bezahlt und habe Zugriff auf Belletristik und Filme ohne Extrakosten. (hab auch grad Dorian Gray und die Filme: Der menschliche Makel und Terminal mitgenommen). Klar hätte ich mein letztes Geld auch in Essen investieren können, aber was nutzt ein voller Bauch, wenn der Geist verkümmert? Nahrung war keine Alternative! Entweder ein Taschenbuch bei Thalia oder die Mitgliedschaft- das waren die Optionen. Und unter diesem Gesichtspunkt habe ich eine anständige Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt. *lob*
Ach ja...falls sich jemand fragt, was die in der Hautklinik mit mir (und 19 anderen Probanden) machen, was 80 Euro wert ist: es werden Lösungsmittel auf ihre Verträglichkeit getestet und dazu bekommt man Felder auf den Rücken gemalt, auf die die verschiedenen Lösungen oder destilliertes Wasser für 15 Minuten draufgegeben werden. Dann wird geguckt, wie schlimm es brennt und wie die Haut aussieht...naja und nach 4 Stunden das gleiche nochmal...und das 7 Tage lang. Am Ende wird noch irgendwas anderes gemacht und ich beführte, die Lösung wird noch fieser als die bisherigen sein. Hab (wie wahrscheinlich jeder andere auch), als ich nach Hause gekommen bin, erstmal den Rücken gecheckt. Also von den 8 Feldern sind drei richtig schick rot (perfekte Kreise, genau wie die Pads mit den Lösungen). Und während den 15 Minuten brennt es auch ziemlich unangenehm, aber es ist auszuhalten und es ist nur lokal an diesen 3 daumennagellroßen Stellen. Danach (wenn die Pads runter sind) verschwindet das ziemlich schnell. Ist also nur vorrübergehend- der Schmerz, die roten Punkte behalte ich im Auge... Ganz ungefährlich scheint das nicht zu sein, denn es war sehr wichtig, dass ich nicht eventuell schwanger bin lol...gruselig, dass man mit diesen kleinen Kontaktstellen seinen Körper vergiften kann...
Es ist nicht so, dass ich jetzt eine Woche nicht duschen darf, nur soll der Rücken nicht mit Seife, Creme etc, behandelt werden. Ich denk im Traum nicht dran, dem Chemiecocktail noch weiteres Zeugs hinzuzufügen. Ätzend ist aber, dass man wie ein Chemie-Labor riecht. Sind halt Lösungsmittel...da brauch man kein Deo mehr :lol:.
Naja,das Geld hält mich den Rest des Monats über Wasser und ist mein einziger Strohhalm. Auch wenn ich keine Lust habe, jeden Tag nach Jena zu pilgern und dort meine Zeit abzusitzen... aber ich sehe es als Arbeitszeit, in der ich lesen kann und mich darüber hinaus noch körperlich betätige. Vom Bahnhof in Jena zur Klinik läuft man nämlich locker nochmal ne halbe Stunde. Macht 2 Stunden strammes Gehen bei Matsch und Glätte.
Ansonsten (schon wieder hehe) ist alles beim Alten. Der Kühlschrank geht immernoch nicht. Ich überlege, ob ich meine Armutsnahrung etwas variiere. Hab mal gelesen, dass sich eine Selbstständige aus Geldmangel monatelang von Milchreis ernährt hat...Ich habe es bisher mit Nudeln (3-4 Portionen für 39 cent) und gebratenen Würstchen (2 Portionen 80 cent)und Butterbrot (ein Krustenbrot 89 cent, Butter weiß ich nicht...so 'n Euro befürchte ich) versucht, aber so langsam verliert das seinen Reiz- nach 2 Monaten 
Naja, mal schauen, was übrig bleibt, wenn die Rechnungen bezahlt sind. Ansonsten gibt es Di die 80 Euro.
Ach ja, der Umzug steht ja auch an. Hab mich noch gar nicht mit Telefonabbestellen und Schlüssel abholen auseinandergesetzt....und bei der Post einen Nachsendeantrag stellen. Aber das kostet auch Geld. Naja. Nächsten Dienstag. Ich glaub, 7-10 Tage vorher reichen für den Antrag. Bleibt noch das Putzen oder besser die Putzmittel. Meine Mitbewohnerin hat kein einziges Mal irgendwas (Spüli, Glasreiniger, Entkalker, WC-Reiniger...) davon besorgt oder nachgekauft und jetzt sitzt sie gemütlich im heimischen Wohnzimmer und ich kann sehen wo ich bleibe. Hab schon zu Sanni gesagt, dass ich zusehen muß, hier vor ihr rauszukommen, sonst kann ich die Küche noch mitputzen. Wir hatten das - weil ich es angesprochen habe!- aufgeteilt. Ich hab das Bad übernommen. Sie war eh der Meinung, es ist doch sauber. Was daran lag, dass ich alles geputzt hatte, weil Inspektion war (Vorabnahme) und sie sich nicht hat blicken lassen. Manchmal könnte ich dieses Küken würgen, aber es ist nicht ihre Schuld. Mit ner Gastronomie-Ausbildung hat man ein Auge für "putzwürdige" Ecken und sie sieht das einfach nicht. Ohne ihre Eltern wäre sie bestimmt total aufgeschmissen- Ein- und auszugstechnisch. Und ich darf Babysitter spielen. Deshalb muß ich hier vorher raus, sonst kann ich ihren Dreck wegmachen.
Blabla. Ich bin müde. Bin solche Strapazen- vor 14 Uhr aufstehen, die Kälte, die Märsche, die Öffentlichkeit- nicht mehr gewöhnt. Werde jetzt mit Dorian und nem Butterbrot ins Bett verschwinden.
Ich halte euch auf dem Laufenden, wenn mir aus dem Rücken ein menschliches Ohr wächst hehe.
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erstellt: 09.03.06, 15:14:44 Uhr
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Die Ferien haben offiziell begonnen...
Hab grad mein Osteologie-Ergebnis vom Prof per Mail bekommen: eine sehr gute 2. hehe
in Psych. hab ich auch 2.0, Mikro hatten wir ja schon (1,3)und Humangenetik 2.0. Ist das toll. Nix nachschreiben...
Hätte nicht gedacht, dass meine klägliche Performanz ausreicht, um n guten 2er Schnitt zu haben...
Dann kann ich mich jetzt gemütlich dem Nacharbeiten und Querlesen widmen. Hab Futurum Zwei überwunden und bin grad an Lévi-Strauss' Traurige Tropen. Ein Bericht über seine Erfahrungen als Ethnograph...also Kulturforscher für "primitive" Stämme...unsere Spiegelbilder. Sehr interessant.
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erstellt: 01.03.06, 18:02:03 Uhr
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Nachtrag: ich muß noch ne insider- info zu fight club loswerden *gleichplatz*: als "Jack" im Hotelzimmer sitzt und von seinen Single-serving-friends und utensilien erzählt ist im Fernsehen ein Werbeclip des Hotels zu sehen mit allen angestellten und ganz rechts im Kellner-Outfit steht Tyler Durden...check it out!
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erstellt: 01.03.06, 18:00:07 Uhr
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Oh. Schande über mein Haupt. der letzte Punkt, wo Tyler Durden auftaucht, den ich angeführt habe, war n Trugschluß. Da hab ich wohl Erwartung und Erinnerung vermixt. Ich merke hiermit offiziell an, dass Tyler NICHT aufblinkt, wenn "Jack" den Zettel mit den suppoting groups abreißt...wie trügerisch doch die Erinnerung ist...(Titel der Antrittsvorlesung meiner Psy-Professorin )
Ansonsten kann ich verläuten, dass ich eine ZWEI in der Humangenetik- Klausur habe hehe. obwohl ich nicht einmal in der V. war...Ich glaub Multiple Choice-Klausuren liegen mir ;). Dem Osteologie-Prof hab ich ne mail geschrieben und gefragt, wann endlich die Ergebnisse aushängen (in 2 Wo ist die Nachklausur und ich will nicht noch mehr Lernstress, wenns nicht sein muß)und er hats noch nicht geschafft, sie zu korrigieren und schickt mir die Note per mail. Na da hoff ich doch, dass ich ne gute Nachricht bekomme...wäre sonst schon irgendwie peinlich...
Naja, dass ich in Mikro 1.3 habe, hab ich schon allen auf die Nase gebunden und Psych wird frühestens nächste Woche bekanntgegeben.
Ansonsten hab ich irgendwie nicht mitbekommen, dass der Feb. nur 28 Tage hat und heute schon der 1.3. ist (ich fühle mich um 2-3 Tage bestohlen-ein komisches Gefühl...). Auf jeden Fall klingelt hab zehn das Telefon und maria sagt an, dass sie am frühen Nachmittag in Weimar ist. Haben uns dann in der Stadt getroffen und ich wurde sogar von ihrer Schwester wieder nach hause gefahren. Viel zeit hatten wir nicht und unter uns waren wir auch nicht, aber naja. Das holen wir nach. Auf jeden Fall tut es gut, zu wissen, dass die Chemie noch stimmt und es dinge gibt, die noch so sind, wie "damals".
Ansonsten (ich liebe es, so einen Absatz anzufangen) war heute keiner wegen dem Kühlschrank da, post war auch nicht und auf m konto hat sich auch nix getan. Also alles wie immer.
Ich meld mich,wenn ich was vorzubringen habe ;). Muß erstmal prof m. verkloppen gehen, weil er über blogs ablästert und am liebsten abgeschafft sehen würde. Hier werden birnen mit gurken verglichen!
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erstellt: 27.02.06, 15:10:01 Uhr
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Nachtrag (ist mir unter der Dusche eingefallen)
5. als Jack die Liste mit den Selbsthilfegruppen vom schwarzen Brett reißt, blinkt Tyler auch kurz auf.
hehe. Das mußte ich loswerden.
Und noch was ist interessant: "Jack" hat keinen Namen. Marla kennt ihn als Tyler Durden und keiner der Leute mit denen er sonst zu tun hat,redet ihn mit seinem Namen an. Er ist eine namenlose =identitätslose Person. Wenn er zu sich selbst sagt (und seine Gedanken sind mit das beste an dem Film z.B. "losing all hope was freedom", oder "I'm the zen-master", wenn er Marla und Tyler bei der Sache hört und sich beim Zähneputzen einredet, er sei die Ruhe selbst nd dabei aber wie ein irrer seine Zähne schrubbt *lach*), also, wenn er zu sich sagt: "I'm Jacks wasted life." oder "I'm Jacks revenge", dann hat er dieses "I'm Jacks..." aus dem Magazin, dass er Tyler vorliest, wo es um Körperteile geht, die in der Ich-Person reden (i'm Jacks colon, i'm Jacks medulla oblongata...). Sehr schlau und lustig und traurig und alles. So muß ein Film sein.
Ansonsten war grad der Hausmeister da und hat die Lampe in der Abzugshaube ausgewechselt. Das mit dem Kühlschrank findet er auch komisch, konnte aber auf die Schnelle nichts machen und kommt Mi wieder- ich muß vorher eh noch eine Mängelmeldung abgeben, sonst passiert gar nichts... naja.
Oh, und ich hab wieder 282 Euro Bafög bekommen. Nix mit Vorrausleistung, naja. Zum überleben reicht es. Hab mir auch wieder Bücher im Magazin bestellt (hatte ich schon erzählt, was das Magazin ist? Na dann los: man kann die Thulb (s.u.) grob in drei Bereiche aufteilen, was die Bücherbestände angeht. In den jeweiligen Abteilungen sind die Fachbücher nach Themen und Unterthemen geordnet. Da treibe ich mich meist bei Psy., Soziologie (welche in einem anderen Gebäude ist) und Medizin (für Anthro, was wiederum in einem anderen Gebäude ist) rum. Diese Bücher sind am reichhaltigsten und aktuellsten, allerdings darf man sie zum Teil gar nicht und den Rest nur übers WE (von Fr. 14 uhr bis Mo 12 Uhr) ausleihen. Dann gibt es die LBS (Lehrbuchsammlung), die zentral (bis auf Soziologie- die sind zwischen gemischt in der Teilbibo) in einem Räumchen lagern und 4 Wochen ausgeliehen werden dürfen. Da habe ich meine Biopsy. und Anthro Bücher her. (und die Klassiker der Soziologie).
Als dritte und nicht zu unterschätzende, aber alles in allem recht mysteriöse Quelle gibt es das Magazin. Es existiert nur im Computer und die Bücher lagern nach meiner Phantasie im Jenaer Untergrund. Nur speziell ausgebildete Personen haben zutritt. Da man die Bücher nicht aus dem Regal nehmen kann, sondern an der Bibo-Theke abholt, wenn man sie bestellt hat (was ca. 1-2 Tage dauert)muß das Magazin riesig sein, denn es gibt dort fast jedes Buch, dass irgendwie mit einem Studienfach zu tun hat (also keine Belletristik, wie in einer Stadtbibliothek) und dass älter ist als ein paar Jahre. Man kann also sagen, dass Bücher eine Karriere durchmachen. Als ganz junges kommen sie in die eigentliche Bibliothek und dürfen höchstens übers WE mitgenommen werden. Überzählige oder überaltete kommen in die LBS und wenn da der Platz zu eng wird (als würden sie wachsen... aber es gibt ja jedes Jahr exponentiell mehr Bücher, wobei der Leseranteil nur linear ansteigt- komisch komisch. Hab gelesen, bald gibt es mehr neuveröffentlichte Bücher als überhaupt Leser)gehen die Bücher in ihren Altersruhesitz in den Keller. Dort warten sie, bis ein wissbegieriger Student sie anfordert und ihnen die Letzte Ehre erweist.
Nun, dort finden sich so tolle Sachen, wie Hitlers Mein Kampf (was leider entliehen ist und wofür ich mich bestimmt vormerken lassen muß, da nicht nur ich scharf drauf bin, es mal in die Finger zu bekommen) oder eben Goffmans Stigma und Asyle, Berger/Luckmanns gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit oder Samuel Beckett.
Ich habe gestern "traurige Tropen" von Levi-Strauss bestellt, ein Buch über Kinder, die unter Tieren aufgewachsen sind (Kasper Hausers Geschwister), ein Buch von BF Skinner(leider nicht sein Hauptwerk, das war entliehen, aber er hat richtig viel philosophisches veröffentlicht...für einen Behavioristen. Ich bin gespannt) und eins von Plessner: die Frage nach der conditio humana. Meine Liste ist noch viel länger, aber einige Bücher sind nicht verfügbar und ich mag nicht mehr als drei hier rumliegen haben. Das setzt mich unter druck. so kann ich einmal die Woche den Bestand auffrischen und hab eine Woche zeit, die bücher durchzuarbeiten und tausche einfach. Das mach ich morgen mit Beckett und Goffman.
Tja, und die Bücher, die zu aktuell oder zu studien-fern sind muß ich mir anderweitig besorgen. Aber dazu brauch ich geld und das dilemma kennt ihr ja. Aber nach meiner Sicht wird sich der Magazin-Bestand nicht so schnell erschöpfen und Fight Club und Damasios Werke können noch warten. Sind eh nicht direkt studienrelevant. Eher für die Seele. hehe.
So, muß noch Stigma zu ende exzerptieren und nach der Post schauen. und ich brauch noch n kaffee. hab heute bis 14 uhr rumgelegen und rumgegrübelt, bis mich die türklingel hochgeschreckt hat. Schon peinlich, um diese uhrzeit noch im bett zu liegen, obwohl man um 11 schon wach war...ist mir letztens mit dem postboten, der das jokers Paket gebracht hat auch passiert...
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erstellt: 26.02.06, 21:59:17 Uhr
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Zuallererst möchte ich meine endlosen Sticheleien gegen den Winter, die Kälte und die unerträglich "beautiful and unique snowflakes" zu rücknehmen. Der Winter ist toll- besonders wenn der Kühlschrank kaputt ist :). Ich habe meine Wurst in einer Lidltüte vors Fenster gehangen und die Butter und Milch stehen direkt vor dem Schlitz des angeklappten Fensters :]. Man muß sich nur zu helfen wissen. Wäre jetzt Sommer hätte ich n Riesen-Kohldampf, weil all meine Leckereien sich selbstständig gemacht hätten. Mal ganz davon abgesehen, dass es im Winter weitaus weniger Insekten gibt, denen ich mein Essen ja geradezu vor die Nase halte!
Ich hab mich sogar soweit arrangiert, dass ich ernsthaft überlege, ob ich den Hausmeister kommen lasse- abgetaut ist der Kühlschrank und in einem Monat zieh ich eh aus.
Was meine Mitbewohnerin dazu sagt? Keine Ahnung, sie ist nicht da...deshalb hab ich auch die ganze Wohnung alleine putzen dürfen, bevor am Mi die Vorabnahme durch die Hausverwalterin stattgefunden hat. Sie muß Hexenfinger haben, denn just ab dem Zeitpunkt, als sie in den Kühlschrank geschaut hat, hat er aufgehört zu kühlen. Wahrscheinlich hat der sich gesagt, dass er auch Ferien macht...aber das Licht geht noch und immer, wenn ich in die Küche komme brummt er für 2-3 Sekunden...und schaltet sich trotzig wieder ab. Was hab ich n Spaß...(das ist ein typischer "Sanni-Ausspruch, obwohl sie immer die Vergangenheitsform nimmt: Wir hatten n spass- mit scharfem s)
Davon abgesehen hab ich ein ganzes Brot eingefroren gehabt, dass mich über die Woche bringen sollte...so viel kann ich gar nicht essen, bevor es vergammelt ist. Vor allem, weil ich nichts esse, dass länger als ein paar Tage offen ist. Da ekelt es mich vor.
Wenn ich grad nicht den Kühlschrank auf seine Temperatur überprüfe (immerhin ist er ohne erkennbare Ursache ausgefallen- da kann er nach meiner Logik auch ohne Ursache wieder weiterarbeiten)oder mir Gedanken darüber mache, wieso eigentlich nicht mal für ein paar Tage "alles in Ordnung" sein kann (Mußte der Kühlschrank ausfallen? Es ist ja noch nichtmal so, dass es meine Mitbewohnerin auch trifft...Aber ich sehe das als Schlag, der der Ausgleich dafür ist, dass ich durch keine Prüfung gerasselt bin. Es wäre nämlich mehr als mies (wer auch immer das regelt), wenn mich meine Küchengeräte und meine Versagensängste quälen würden..immer schön der Reihe nach. Aber eben auch nie gar nichts . Also, ich habe noch keine Ergebnisse, aber jetzt- nach dem Kühlschrankvorfall- kann ich ja nur bestanden haben- ja, diese Logik hält mich am Leben)-
Also, den größten Teil des Tages verbringe ich mit Lesen. (und schlafen, aber das kennt man ja schon). Habe mich zur Thulb (Thüringer Landes Bibliothek) bemüht und Bücher ausgeliehen.
Zuerst Samuel Beckett, damit auch ich weiß, was es mit Godot auf sich hat. Also er kommt ganz sicher morgen!!! Dann war in der Sammlung (Ausgabe: Nobelpreis-Kommitee) noch Molloy und Endspiel und ich kann nur jedem raten, sich Molloy mal zur Brust zu nehmen. so ein krasses, krankes Buch habe ich noch nie gelesen. nicht umsonst wird Beckett als Autor des "absurden theaters" klassifiziert. Dieser Monolog ist irrer als "the wasp factory" von Iain Banks und kann labile Gemüter sicherlich in den Wahnsinn treiben. Es verzerrt den Blick auf das, was man gemeinhin Realität nennt... check it out!!!
Dann bin ich nebenbei natürlich am Nacharbeiten all der Vorlesungen, die ich hab schleifen lassen- aber um genau zu sein bin ich über Anthropologie noch nicht hinaus. Da ich das Lehrbuch endlich abhaken will, nachdem ich es schon 4 Monate hier rumliegen habe, arbeite ich es konsequent durch und bin dann hoffentlich gerüstet für das, was da Mitte April kommen mag.
Psy mach ich nebenbei- hab grad bei Jokers ein Buch über Psy-Geschichte ergattert.
Soziologie ist ein harter Brocken und ich fuchs mich kurz vor Vorlesungsbeginn in die Methodenlehre und vervollständige erstmal meine Mikro- und Einführungskenntnisse.
Bin grad dabei "Stigma" von Goffman zu exzerptieren und tippe die Klassiker der Soziologie I ab, weil die unmöglich noch weiter zusammenfassbar sind und weil ich mir die Bücher nicht selbst kaufen kann. Außerdem ist es eine produktive Art das 10-finger-tippen zu üben. Ich bin schon echt schnell- mach nur leider noch ne menge fehler.
Was sonst? Ach so, hab noch einen Genie-Streich der Soziologie hier rumliegen (die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit), aber das Buch ist so genial, das muß ich besitzen- also hoffe ich auf baldige Kindergeldauszahlung und werde es erstmal nicht zusammenfassen. Es geht doch nichts über eigenhändige Markierungen in einem Buch, dass man besitzt. *schwärm*
Was sonst noch? Meine Einschlaf-Probleme haben sich nicht wirklich gebessert- allerdings ist das nicht so relevant; ich geh halt erst gegen 2-3 Uhr schlafen. Blöd ist nur, dass ich neuerdings auch nicht mehr aufstehen kann. Obwohl ich mir n Wecker stelle und mir 8-9 Stunden schlaf gönne erwische ich mich jeden Mittag dabei, dass ich mich nochmal umgedreht habe. und noch schlimmer ist die zeit, in der ich nicht den antrieb finde, aufzustehen und nur rumliege und meinen Gedanken folge (was die rundstimmung des ganzen tages versauen kann, wenn ich in düstere gefilde vordringen sollte, aber meist ist es nur sinnlose zeitverschwendung).
Hm, also nicht wirklich was aufregendes passiert in den ersten "vorlesungsfreien Wochen" meines Lebens.
Vielleicht berichte ich noch kurz über eine witzige Episode im Soziologie-Forum. Auch da hat sich schon ein "Frau gesucht"-Thread etabliert, analog dem Gejammer (nicht böse gemeint) im alten Forum, an dem ich ja auch kräftig mitgeschrieben und über den ich harp und kura indirekt kennengelernt habe.
Und wie soll es anders sein, kenn ich den Typen, der den Thread angefangen hat: Axel. Hatte mal n sozusagen "blind date" mit ihm. Er ist wirklich nett- aber naja. den rest könnt ihr in harps blog nachlesen. Es ist halt immer das gleiche. Wer sucht oder wartet oder auch so tut als braucht er keinen partner ändert nichts an der wahrscheinlichkeit sich zu binden...so ist es halt.
Interessant ist, dass als Nebenthema die diskussion aufkam, dass frauen sich mal schnell n "Erzeuger" suchen können, wenn sie ein kind möchten (warum auch immer eine alleinstehende Frau das anvisieren würde- gilt auch für folgendes:)Männer aber nicht so einfach Vater werden können, wenn sie es wollen. "Hey, trägst du mein Kind aus?". Da ist was wahres dran. Besonders, weil im Zweifelsfall der Mutter das Kind zugesprochen wird und alleinstehende Männer wohl sehr geringe chancen haben, bei einer Adoptionsmöglichkeit berücksichtigt zu werden.
Aber ist halt n Soziologie/Politik-Forum- da versucht jeder, die welt ein bißchen gerechter zu machen. hehe. Ihr solltet mal sehen, was der Vegetarier-Thread für Ausmaße angenommen hat. Ich halt mich da lieber raus...
Ach, falls es interessiert: hab meinen Stundenplan fürs SS (Sommersemester) zusammengebastelt. Werde schwer beschäftigt sein: 24 Vorlesungsstunden (macht theoretisch ne 48 Stundenwoche) und am Ende 5 Klausuren und eine Hausarbeit... Deshalb auch das muffesausen und auf den neusten stand bringen.
Mal ganz davon abgesehen, bin ich z.z. eh nicht sehr kommunikativ. Alles dreht sich um stigma, identität, Sprache, rollen etc... und die Geschichte der Soziologie...hab keinerlei ambitionen für eines der Thread-Themen. mir fällt zu keinem was ein. und im chat ja auch nicht, wie vielleicht aufgefallen ist. ich hoffe, das wird mir nicht allzu schlimm angekreidet. ich leb grad in so einer kapsel aus soziologischen theorien und anthropologischen fakten und habe mit der alltäglichen welt nichts, aber auch gar nichts zu tun. Geh höchstens raus, um nach der post zu gucken, einzukaufen (das muß ich ohne kühlschrank ja nun öfter als geplant) oder neuen lesestoff ranzuschaffen.
Hab erstmal durch die Zeit (seit den prüfungen hab ich wieder zeit die Zeit zu lesen und n bißchen was vom öffentlichen geschehen mitzubekommen- es wundert mich gerade, dass hier die geschehnisse nicht thematisiert werden. Iran-Israel-Krise, dänische meinungsfreiheit...) erfahren, dass die muslime von einer dänischen regionalzeitung beleidigt wurden und sich das ziemlich hochgeschaukelt hat- frankreich läßt grüßen)Ich hab davon nix mitbekommen...
lol Je länger mein blog wird, umso geringer ist die chance, dass ihn einer bis zu ende liest, also kann ich jetzt mit den ganz pikanten fakten loslegen:
liebe grüße neugieriger leser ;).
Ich schätze, jeder mensch hat so einen mitteilungsdrang- besonders wenn er ein bißchen erwartet, dass die leuten, an die er sich wendet, interessiert sind und auch wenn er fürchtet ohne offensive würden sie ihre eigenen spekulationen anstellen. Soll ja schon vorgekommen sein. Aber ja, ich brauche wohl auch ein wenig die Gewissheit, ein ohr zu finden, wenn ich eins brauche. ich hätte sogar noch viel lieber jemanden, der liest, was ich lese und sich die dinge fragt, die ich mich frage- oder auch, der dinge weiß, die ich wissen will und den ich fragen kann. Aber wer will das nicht. Ein frommer Wunsch.
Hm, tja, naja. Das wars. Wieder nix tief philosophisches, aber da kann ich wieder auf harps blog verweisen. Dieser hier ist nur zum vergewissern der sozialen Verankerung meines freischwebenden geistes höhö. Wie auch immer. Denkt dran euch Molloy von Beckett zu besorgen und startet n thread darüber. Da bin ich dabei. Aber laßt euch nicht zu viel zeit; ich hab n mieses gedächtnis und ne kurze aufmerksamkeitsspanne und was heute faszinierend ist, ist morgen schon verblasst. Aber es kommt immer neues. Es gibt unglaublich viel zu tun...
Ach ja, noch eins. Trotz meines Geldmangels gönne ich mir drei leih-dvds bei amazon im monat, um meine movie-sucht in geregelten bahnen zu halten. Hat einer von euch dogville gesehen? Sehr verwirrend. Als letztes hab ich cypher gesehen. den hat mir mein bruder emfohlen und irgendwie hab ich was falsch verstanden. ich dachte, der sei der nachfolger von Cube ( )und es wird aufgeklärt, was dieser würfel jetzt ist und warum es ihn gibt und warum er so ist wie er ist etc.. aber nein. Cypher ist nur vom selben Regisseur. Aber das macht nix. Der film ist echt gut. Spannend, undurchschaubar und relativ vielschichtig (als persönliches Haßbeispiel möchte ich dagegen: Passwort Swordfish anführen. Eine einzige ganz gute idee (Täuschung), macht noch keinen guten Film...)
Ach ja. ich will auch einen menschen, der die filme kennt, die ich kenne...wieso ich nicht einfach meine überlegungen zu filmen im forum poste? Das frag ich mich auch grad. Zumindest von kura weiß ich, dass er die kubrick-filme kennt (ich jetzt auch )und fight club ist eh legendär...ich will nochmal hören, wie van und harp ihn nacherzählen.
Nach bestimmt 12 mal anschauen in den letzten monaten kann ich melden, dass tyler noch öfter kurz aufblinkt, bevor er am flughafen auf dem laufband das erste mal direkt zu sehen ist:
1. wenn jack am kopierer steht und erzählt, wie weit weg alles ist, wenn man an insomnie leidet
2. dann klassischerweise hinter dem arzt, als der ihm sagt, testicular cancer is pain
3. als jack bei der support group ist und der leiter sagt, dass es zeit für die one on ones ist (da steht tyler direkt neben dem leiter und hat den arm auf seiner schulter *lach*)
4. als er marla bemerkt und ihr nachschaut, als sie nach der sitzung weggeht. Einer meiner lieblingskameraführungen!!!
Da war noch eine szene. ich spür es. hab außerdem richtig lust, ihn nochmal zu gucken. also. ich werde die liste vervollständigen und mal schauen. Wenn mich einer der filme länger zwickt starte ich vielleicht n thread. Aber eigentlich hab ich nichts zu sagen, was man nicht auch als hintergrundrauschen hier platzieren könnte. Aber wenn ich was habe (und aus aktuellerem anlaß dieser impuls auch nicht mit den erwartungen kollidiert, das ich mein Studienwissen hier raushalten soll) werd ich es posten. Ich bin nicht ohne grund jeden tag hier. irgendwann werde ich den einstieg schon schaffen.
Obwohl es mich etwas entmutigt, dass ich noch nichtmal zum jetzten themenchat was sagen konnte (wäre zu soziologisch geworden)oder zum Wünschen (da war nichts und alles in meinem kopf, also wo anfangen?- also nicht das richtige maß, um es in worte zu fassen. Jeder geschriebene Wunsch hätte die unausgesprochenen diskreditiert und sich selbst unangemessen erhöht. Eine lawine wäre losgebrochen- die einzige alternative war Schweigen (mist, DAS hätte ich posten können. Hört sich sogar n bißchen philosophisch an )
Ich mache mir etwas sorgen, wie dieser blog auf meine mitmenschen wirkt. Deswegen (um meine geistige Klarheit zu unterstreichen) möchte ich anführen, dass ich offline schreibe und außerdem seit dem ende der vorlesungen mit keinem "persönlich" geredet habe (also außer, was man in seiner rolle als Buchausleiher/zurückgeber, Zimmernachbar, Mieter, Käufer etc.zu einem menschen sagt- sein inneres zeigen, meine ich), wenn man von dem telefonat mit meiner oma und meinem papa und den chat/telegrammgesprächen absieht. Außerdem schreibe ich im blog, um etwas loszuwerden und mich mitzuteilen- dies ist ein bedürfnis, dass spontan kommt (wohl auch animiert durch den Besuch des Cafes und der blog- liste, die mich daran erinnert hat, dass ich seit dem 10.2. nicht mehr gebloggt habe, was nur indirekt stimmt. ich hab schon mal einen geschrieben, aber gelöscht, weil ich nicht wollte, dass ihr euch sorgen macht.)Also nicht, dass da was trauriges drin stand. nicht mehr als sonst ;). Aber er war so in der art wie dieser hier, nur mit anderen Themen (damals hatte mich noch mein Knochen-lernen gefangen gehalten, glaub ich. Auf jeden fall war es nichts, auf das ich später mal festgenagelt werden will). Ich befürchte halt, wenn ich meine gedanken schweifen lassen, werden diese spontanen und momentanen gedanken mir als fester teil meiner persönlichkeit vorgelegt und ich soll mich rechtfertigen. Hab scheinbar den angriff von (es muß schon über n monat her sein oder?) wu und kura noch nicht verkraftet. Tja, so läuft das, wenn man es gut mit mir meint. Das ist wie ein tier, dass sich in seilen verfangen hat. durch zerren und strampeln wird es sich nur noch mehr verwickeln. Also lasst es sich da selbst rauswinden und wartet, bis es euch bittet, an dem einen oder anderen punkt festzuhalten oder zu ziehen, wenn ihr dann noch helfen wollt.
Bla bla. lange rede kurzer sinn. Ich wollte nur sagen, dass es mir gut geht und ihr euch keine sorgen machen sollt. Scheinbar muß ich das regelmäßig beteuern lol. Wobei ich immer neidisch zu harps blog schiele (wie man merkt, beschäftigt der mich ganz schön, aber das weiß er auch ), denn der muß sich nicht für seine düsteren gedanken, die er manchmal da hinzimmert und die meine weitaus überbieten, rechtfertigen...scheint so eine art Gewöhnungsprozess zu sein...ich weiß noch, wie wir uns am anfang sorgen um ihn gemacht haben. An dem punkt bin ich jetzt wohl grade. Wo ihr euch an meine inneren abgründe gewöhnen müßt, anstatt zu versuchen, mich "normaler" zu machen, als ich bin.
Hab mit Uli darüber geredet und sie meinte, es ist ganz in ordnung, wenn man sich am rande und mit einem bein außerhalb einer gruppe wohl fühlt. Jeder so, wie er möchte. einige gehen voll und ganz in ihrer "familie" auf und andere halten eben ein bißchen abstand. Entweder man kann das akzeptieren oder man muß sich von dem Mitglied trennen, aber umerziehen wird wohl nicht gehen. Also macht aus mir bitte kein kuscheltierchen sonst bin ich ganz weg. Aber das hab ich schonmal geschrieben und damit fange ich an mich zu wiederholen und es wird zeit für ein ende. (nur noch kurz der einwurf, dass mich dieses geschreibe vorhin kurz an Goethe erinnert hat. lol. nein, nicht wegen der tiefe und der wortgewandtheit, sondern weil er als Romantiker auch frei "von der feder" briefe und betrachtungen geschrieben hat, wie ich grad oder wie harp auch in seinem blog. und das ist kein grund für Aufregung und Zweifel an geistiger gesundheit, sondern ein versuch der assoziativen und befreienden selbstdarstellung und sollte auch in diesem lichte gesehen werden: aha, Franziska hängt ihre wurst aus dem fenster, schläft zuviel und zu wenig und nimmt ihr studium etwas zu ernst, aber vielleicht hat sie auch einfach geschmack gefunden an komplexen und empirischen theorien und dem Wissen, dass ihre Fächer ihr bereithalten und vielleicht können wir sie dabei nicht unterstützen und müssen akzeptieren, dass sie mehr braucht, als wir ihr geben können, auch wenn uns das kränkt. Es ist nicht zu ändern. Schade, dass sie denkt, die müßte sich hier rechtfertigen.
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erstellt: 10.02.06, 21:33:47 Uhr
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Irgendwie gut, dass man unter dem blog-Schreibfenster nicht die alten Einträge sehen kann. Ich will gar nicht wissen, wie lange der Letzte schon her ist ;).
Ich habe gestern meine erste wichtige Klausur geschrieben und es war ein großer Witz. Das soll heißen, ich wußte schon, bevor ich angefangen habe zu schreiben, dass ich bestanden habe und war in 10 Minuten fertig- genaugenommen brauchte ich 5 Minuten für das Ausfüllen der 21 gesuchten Stichpunkte und nochmal 5 um darüber nachzudenken, was der Halt im Fluß der Zeit sein sollte (die 3. Frage von 6, auf die es noch einen Punkt gegeben hätte). Hab also wahrscheinlich nicht die volle Punktzahl, aber mal sehen, wie streng er bewertet. Ich habe ihm drei astreine Vorschläge unterbreitet (Ich-Identität als Sinnzusammenhang durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; der Fixpunkt der generationsspezifischen Habitusformation und der feste Platz der Adoleszenz in der kulturell-historischen Geschichte; die Heimat als Nullpunkt des Koordinatensystems - Generation wäre wohl das richtige Stichwort gewesen, aber das ist irgendwie zu billig. Genau wie Luhmanns einfaches Sozialsystem auf "Thema" zu reduzieren. Es war eine frustrierende Klausur, weil all das Verständnis drumherum nicht gefordert wurde...) Auf jeden Fall gibt es jetzt ne hitzige Diskussion im Soziologie-Forum, wieso der Prof es uns so leicht gemacht hat. Der Schein war echt geschenkt...
Nun hab ich nur noch 3 Klausuren zu bewältigen, alle Ende nächster Woche. Viel viel lernen. Und morgen muß ich noch in eine 5-stündige Schulung bei einer Forschungsagentur am Bahnhof und wenn die mich nehmen hab ich einen coolen Nebenjob. Das hoffe ich zumindest, denn es geht um Telefoninterviews, aber da es soziologische Studien sind werde ich schon nicht in einem Call-Center landen. Nicht wieder hingehen kann ich ja jederzeit.
Apropos Nicht hingehen: ich hab vor knapp 2 Wochen einen amerikanischen Studenten auf dem Weg zum Bahnhof kennengelernt und der wohnt leider im selben Haus wie ich. Nun ist der -warum auch immer- total vernarrt in mich und ruft mich jeden Tag an und will mich sehen. Keine gute Idee bei dem Arbeitspensum, dass ich gerade habe. Es war wirklich schwer ihn wieder loszuwerden. Daraus lerne ich: bändel nicht mit einem Kerl an, für den du zu erreichbar bist. Naja, im März zieh ich hier eh weg und bis dahin wird es halt n Spießrutenlauf...
Apropos März: Anfang März kommt Maria nach Weimar zu ihrer Schwester und besucht mich *freu*. Das ist eine alte Freundin aus Limburger Tagen, die ich schon über ein Jahr nicht mehr gesehen habe.
Hm, finanziell gibt es noch nix erfreuliches zu berichten (außer, dass ich ne Kiste Bier gewonnen habe @kura: du kennst ja meine Adresse). Die Rentenkasse hat kurzzeitig unsere Anträge verschlampt, aber dank unseres untypischen Nachnamens wiedergefunden und nach einer Rundreise quer durch Deutschland findet sich jetzt vielleicht eine "Arbeitsgruppe" (sic!), die unseren Fall betreut. Kindergeld is auch noch nicht in Sicht, aber ich habe mir vorgenommen, meinen Vater zu verklagen...
Dazu sollte ich vielleicht etwas ausholen: das Bafög-Amt ist der Ansicht ein alleinstehender Vater braucht 960 Euro zum Leben und kann den Rest an seine Tochter abtreten. Somit wurde er verpflichtet, mich monatlich mit 190 Euro zu unterstützen und die hat das Bafögamt natürlich von meinem Höchstanspruch abgezogen. Mein Vater hat aber kein Geld über und ich kann nicht mit 280 Euro im Monat Miete, Telefon, Handy, Internet und Essen und Ausgleich des Dispos finanzieren... aber ich kann einen Vorausleistungsantrag stellen. Das bedeutet, ich bekomme den fehlenden Betrag vom Amt und die verklagen (wenn es schlecht kommt) meinen Vater wegen Unterhalt und holen sich das Geld wieder- oder (wenn es gut läuft)erkennen an, dass ich elternunabhängig gefördert werden muß, weil mein Vater seiner Unterhaltspflicht schon längst nachgekommen ist und nicht für seine selbstständige 24 jährige Tochter mit abgeschlossener Berufausbildung aufzukommen hat. Ist halt n Risiko...ich sprech das mit ihm ab, aber was bleibt mir übrig? Anders komm ich nicht an das Geld ran.
So, mehr gibts auch nicht zu berichten *grübel*. Das Mensa-Essen ist immernoch lecker, ich habe meine angeblichen Bindungsprobleme noch nicht gelöst (hätte ich mich diesem Ral an den Hals schmeißen sollen ), aber es geht mir gut. In einer Woche habe ich Ferien und werde nur noch rumgammeln, DVDs gucken und lesen (habe ja wegen klausurrelevanter Studien einige andere Vorlesungen schleifen lassen (bei denen keine Anwesenheitspflicht war auch körperlich), die sollte ich nochmal nacharbeiten, damit ich gut vorbereitet ins 2. Semester starten kann).
Lustig ist, dass sich Ulli fürs nächste Semester vorgenommen hat, gleich die Veranstaltungen nachzuarbeiten, damit, wenns Ernst wird, nicht so n Riesenberg (2x 700 Seiten-Lehrbücher)wartet...blöderweise habe ich mir das schon für dieses Semester vorgenommen und es geht einfach nicht. Ohne Feuer unterm Hintern ist man nicht so diszipliniert... aber natürlich nehme auch ich mir das wieder fürs 2. Semester vor :]. Lernen und Disziplin kann man mit Disziplin bestimmt lernen :lol:.
Und noch ein Phänomen ist mir aufgefallen: als Soziologe würde ich behaupten, die Prüfungszeit korreliert mit den Maximum an Beziehungstrennungen. Sowohl Ulli als auch Hexe (sie heißt auch Franziska und das ist ihr Spitzname nach Selbstauskunft) haben ziemlichen Zoff in ihren Beziehungen gehabt. Dazu sage ich nur: die Nerven liegen blank. Na, kommt euch das irgendwie bekannt vor? Aber die haben sich wieder eingekriegt...
Was freue ich mich auf den Geldsegen und die freien 2 Monate (nur sporadisch unterbrochen von kleinen soziologischen Telefonstudien und 300 Euro mehr auf m Konto *hüpf* *spring*)
Hab sogar noch 2 witzige Phänomene entdeckt, die zwar genauso voraussagbar sind, wie das eben genannte, aber nichts destotrotz bemerkenswert, wenn sie einem widerfahren: als wir uns zur Prüfung vor den Hörsälen/vorm Eingang zum Rauchen eingefunden haben, sind auch letzte Konventionsschranken gefallen und die coolen Kiffer und schicken Chicks haben mit den Loosern und Normalos letzte Stichpunkte ausgetauscht und Fachdiskussionen geführt und überall war diese Sphäre des Mitfühlens- fast schon ein Gruppengefühl (Frage Nr.6 Was ist nach Tyrell konstitutiv für eine Gruppe? Antworten: Wir-Gefühl, Abgrenzung zur Außenwelt da elitäre Teilnahme (nicht austauschbar), alle auf gleicher Augenhöhe (keine Hierarchie), relative Dauerhaftigkeit, Abwesenheit fällt auf, keine Arbeitsteilung, Normen oder Rollen etc.). Und nach der (für die meisten nur 15 minütigen) Prüfung haben wir uns wieder bei einer "Zigarette danach" über die Klausur ausgetauscht. Diese Erleichterung, die über den gesamten Abbe-Platz gezogen ist hätte man fast mit Händen greifen können. Was haben wir für einen Stuß geredet...über Gott und die Welt. Die oberflächlichsten Dinge- einfach, weil der Druck weg war. So einen Moment erlebt man nur bei der ersten richtigen Klausur (und vielleicht wieder bei der Magisterprüfung- beim Abi war es auch so ungefähr, aber nicht ganz)
Ach ja. Da hat unsere generationsspezifische Habitusformation eine Bewährungsprobe dazubekommen, die weder ersetzbar noch wiederholbar ist. Dank unseres total durchgedrehten Professors, der uns die Hölle heiß macht- oh Wunder wie schwer die Klausur wird- und uns dann die Nase zeigt.
Also wir waren danach nicht feiern, weil es keinen Grund zum Feiern hab. Schließlich haben wir keine Leistung erbracht. Es war nur dieser Moment der Gewissheit bestanden zu haben, dessen Glückshormonproduktion erstmal verdaut werden mußte. Dicht gefolgt von der Enttäuschung, nicht wirklich unser Verständnis und unseren Intellekt auf die Probe gestellt bekommen zu haben. Ein fade schmeckender Sieg. Aber ein Quell der Ungewissheit ist versiegt. (ich glaub langsam, der Glückshormonpegel ist immernoch unverhältnismäßig hoch ).
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erstellt: 21.01.06, 18:51:33 Uhr
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Kaum habe ich mir vorgenommen, mein Uni-Wissen nicht mehr in Beiträgen einzubringen habe ich nichts mehr zu sagen. Schließlich kann man nur Facetten beitragen, von denen man weiß und wenn dieses Wissen auf andere eher kontraproduktiv wirkt, stört und man es ausklammern will ist nichts mehr übrig...also werde ich wohl nicht mehr so viel hier sein.
Denn ehrlich gesagt ist mir mein Studium das Wichtigste in meinem Leben und ich kann diese methodische, wissenschaftliche Art zu denken nicht aus Rücksicht aufgeben. Es ist schwer genug, sie sich an zu trainieren und ich weiß, dass ich erst am Anfang stehe.
Ich hab zu Kura mal gesagt, dass wir uns spätestens im Hauptstudium nichts mehr zu sagen haben bzw. uns nicht mehr verstehen, weil unser Denken sich sosehr ausdifferenziert hat, dass es nicht mehr kompatibel ist. Langsam denke ich aber, es liegt eher an meinem Studiengang und Kuras Technik läßt sich ganz gut vom "Normaldenken" trennen. Er kann weiterhin wie ein Laie über Identität, Rollen und Freuds Überich philosophieren, während ich pausenlos mit dem Ankämpfen gegen unangemessene Übergeneralisierungen und Begriffs-Ungenauigkeiten beschäftigt bin.
Je mehr ich an Uni-Wissen in mich aufnehme, umso größer wird die Kluft zwischen dem Wissenschaftler und dem Mitmenschen in mir. Und da mein Wissensgebiet der Mensch ist kann ich nicht als Mitmensch/Laie mit anderen Mitmenschen über das Menschsein reden.
Als ich über Oevermann im Net recherchiert habe bin ich auf der Goethe- Uni-Ffm- HP gelandet und mußte an meine alte Freundin Maria denken, die dort in der Verwaltung arbeitet. Also hab ich ihre Betriebs-mail-Adresse rausgesucht und ihr geschrieben. Sie hat sogar schon geantwortet aber ich bin nicht sicher, ob sich unser Kontakt jetzt wieder regelmäßiger einstellt. Wir haben leider nicht mehr viel gemeinsam. So gehen ja die meisten Freundschaften in die Brüche- man hat mit dem täglichen Leben des anderen nicht mehr viel zu tun...
Ansonsten wollte ich lernen (die Uhr tickt. Am 9.2. fangen die Klausuren an), hab aber keine Konzentrationsfähigkeit. Das ist auch der Grund, warum ich hier schreibe. Das tu ich öfters, nur lösche ich die Beiträge meist ohne sie einzustellen. Hätte ich eben auch fast getan, aber das macht es nicht besser. Ich weiß auch nicht, aber ich könnte nur schlafen und habe keinen Antrieb.
Langsam wird es auch finanziell wieder eng, besonders weil mein Bruder auch auf meine Unterstützung wartet. Das zermürbt doppelt.
Dann werd ich mich mal den "universellen ontogenetischen Krisen" zuwenden und daraufhinarbeiten, meine langfristigen Ziele zu erreichen und nicht den momentan attraktiver erscheinenden, aber im Vergleich nur wenig befriedigenden Impulsen zu folgen. Ist das ein Kreuz mit der Disziplin... und dem Leben...und dem ganzen Rest.
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erstellt: 15.01.06, 12:27:38 Uhr
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Die Klausurergebnisse sind immernoch nicht veröffentlicht :motz:. Ich checke mindestens 6 mal am Tag die Homepage. Naja. Werd mich doch hoffentlich im ersten Drittel wiederfinden.
Ansonsten bin ich eifrig am Lernen ( wann bin ich mir eigentlich diese Ausdrucksweise am Anlernen gewesen? ). Hab inzwischen schon 2 Biopsychologie-Lehrücher hier rumliegen, eine dicke Einführung in die Psych. erworben(Hilgards *schwärm*) und die Hälfte der Exzerpte von den Mikro-Texten ausgearbeitet. Das Einführungslehrbuch war bei Jokers von 70 auf 15 Euro runtergesetzt und ist von 2001- also ein super Schnäppchen. Mein Papa hat es mir gekauft- witzigerweise hat mir die Sannie letztens erzählt, dass ihr Vater ihr auch ein paar runtergesetzte Fachbücher besorgen will; und wo wohl? Da wo mein Vater sie auch gefunden hat- da zweifelt man doch an seiner Individualität :?.
Aber egal, die Spektrum-Lehrbücher kann ich nur empfehlen, also falls ihr jemanden kennt, der eine studienrelevante Einführung in die Psychologie oder ein Biopsychologie-Lehrbuch braucht. Ersteres gibts bei Jokers zum Spottpreis (mit winziger Ledierung des Schutzumschlags) und neben dem Carlson (3.Wahl) und dem Birbaumer (2.Wahl-aber das aktuellste, von 2006) ist der Pinel aus dem Spektrumverlag als Biopsych-Lehrbuch zu empfehlen (meine erste Wahl).
Dem werde ich mich jetzt auch wieder widmen. Vorbereitung ist alles
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erstellt: 11.01.06, 11:04:46 Uhr
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So, die erste Klausur wäre abgehakt- die war am Montag und bis heute hab ich gebraucht, um mich seelisch wieder aufzurappeln :D. War das n Schock.
Ich kann behaupten, dass jeder der 300 Studenten, die an der Klausur teilgenommen haben, unangenehm überrascht waren, was die Forderungen anbelangt.
Für mich persönlich sollte diese Klausur die Generalprobe für die "richtigen" Fachklausuren im Februar sein- und auch ein Gradmesser, wo mein Leistungsniveau liegt.
Um es unverblühmt zu sagen: ich muß mich besser vorbereiten und meinen Kopf klarbekommen bzw. mich besser konzentrieren.
Ein positives hatte dieses Kopfwaschen: ich bin jetzt motiviert genug, konsequent zu lernen. Jeden Tag ein Exzerpt und ein Kapitel in Biopsychologie habe ich in Angriff genommen. Dafür lasse ich unwichtige V.s (da keine Teilnahmepflicht bzw. keine Klausur in diesem Semester) ausfallen und teile meine knappe Zeit sinnvoller ein.
Kura schreibt in seinem Blog, dass man die Zeit hat, wenn man sie sich nimmt. Das kann ich leider nicht bestätigen. Ich bin Mo um halb neun aus dem Haus und war gegen eins wieder da. Dann hab ich bis ca. 21 Uhr an dem Lernpensum des Tages gesessen, noch n bißchen in den Klassikern der Soziologie gelesen und bin eingeschlafen. Di. dasselbe Spielchen: um neun aus dem Haus und um 19 Uhr wieder daheim gewesen und gelernt. 23 Uhr geschlafen. Heute hab ich das (Pflicht-)Tutorium ausfallen lassen und geh nur zu Biopsych. Dann werd ich gegen 18 Uhr wieder zu Hause sein und kann die restlichen 4-5 Stunden Freizeit mit Nacharbeiten verbringen.
DVDs und Rumgammeln als Zeitvertreib und Betäubung hab ich gestrichen, meine Freizeitaktivitäten beschränken sich auf Kaffee trinken mit Uli und Sanni, die Foren und diverse Bücher mit soziologischen Themen (Durkheim: der Selbstmord; Mead: Geist, Identität und Gesellschaft; Goffman: Wir alle spielen Theater; Kaelser (Hrsg.): Klassiker der Soziologie Bnd 1).
Wenn ich so weiterarbeite bin ich in 2 Wochen mit den Exzerpten und Lerngrundlagen fertig und kann mich die restlichen Wochen mit wiederholen und merken beschäftigen. Das wird der eigentliche harte Brocken. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich nicht zielgerichtet auswendig lernen kann. Bin ja mal gespannt, wie ich das Problem lösen werde...
Noch schwieriger wird es, in den Klausuren genauso klar, ruhig und analytisch zu denken, wie ich es zu Hause beim Lernen, in V.s und in Gesprächen mit Freunden tue.
Die Klausur hat mir mal wieder den Spiegel vorgehalten: der (Erwartungs-) Druck und Stress hindert mich daran, mich zu konzentrieren und das nervt mich gewaltig. Das hatte ich ganz verdrängt... Schule ist ja auch schon so lange her...
Achso. Die Klausur habe ich bestimmt bestanden- ich bin nur meiner Erwartung nicht gerecht geworden. Anstatt die Antworten locker aus dem Ärmel zu schütteln hab ich ganz schön geschwitzt (alle anderen auch). Falls ihr euch die erste Aufgabe mal ansehen wollt, sie steht im Netz:
dt-workspace
Als 2. Aufgabe gab es zwei zur Wahl und ich hab den funktionalistischen Fehlschluß genommen (bin jetzt profi in Sachen Fehlschlüssen ). Von den oben beschriebenen Fehlern habe ich nicht alle gefunden, dafür ne Menge anderer |). Bin mal gespannt, ob das für ne 2 reicht...
Naja, diese Erfahrung hat uns arme Ersties ganz schön in Panik versetzt und ein bißchen glaube ich, das haben die Tutoren mit Absicht gemacht...alles nur zu unserem Besten...das zerstörte Selbstbewußtsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten *heul*
Ich geh dann mal das letzte Exzerpt zu Ende ausarbeiten...
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erstellt: 08.01.06, 18:13:45 Uhr
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Huhu blog. Neues Jahr, neues Glück ).gif)
Aber wollen wir nicht schon wieder zetern... maybe this year will be better than the last (counting crows *sing*).
Ich halte mich mit der normativen Kraft es Faktischen Über Wasser: Ich bin jung, gesund, studiere das, was ich will und der nächste Oktober ist noch lange hin (ich werde absolut fatalistisch von der bösartigen Kraft dieses Monats paralysiert- vorletztes Jahr um diese Zeit ist mein Leben zusammengebrochen und letztes Jahr das meiner Eltern...jetzt habe ich diesen unrationalen Aberglauben entwickelt, dass mir dieses Jahr wieder was schlimmes schwanen wird, dass die Ereignisse der letzten Jahre um ein weiteres toppen wird- wie ne downward spiral der persönlichen Tiefschläge. Lehrsatz: Es geht noch immer schlimmer oder mit Trent Raznor: "thought he lost everything, than he lost a whole lot more *flüster* ". Sehr eindrucksvoll)
Zurück zu den momentanen seelischen Tiefen: das oben erwähnte Faktische ist zugegebenermaßen sehr zerbrechlich. Ich altere ständig und werde dieses Jahr schon ein Viertel Jahrhundert alt- habe also rein zeitlich locker ein Drittel meines Lebens hinter mir und wahrnehmungstechnisch schon mehr als die Hälfte...Zum Glück kennen wir unser Schicksal nicht. Es würe mich zumindest vollständig lähmen. Dann hätten wir die Gesundheit. *zigaretteanmach*. Ich werde einens schlimmen, langsamen Todes sterben- soviel ist klar. Woher ich das weiß? "rabbit in your headlight" oder die sich selbst erfüllende Prophezeihung. Wenn man etwas nur stark genug fürchtet hält es einen gefangen. Nicht mehr lange und ich bin ein vollkommener Hypochonder und entdecke jede Woche neue Krebsgeschwüre und unheilbare Nervenerkrankungen. Zum Glück habe ich nicht Medizin studiert. Dieses Wissen würde mich sofort reif für die Klapsmühle machen.
Bleibt noch der Strohhalm der Selbstverwirklichung im Studiengang meiner Wahl. Morgen schreib ich die erste Klausur und Mitte Februar die 4 wirklich entscheidenden. Da drängt sich notgedrungen die Frage auf, was sein wird, wenn das eintritt, was nicht sein darf: dass ich nicht die intellektuellen oder wahrscheinlicher: die persönlichen Vorraussetzungen für eine akademische Laufbahn mitbringe.
Ich habe nicht wirklich konsequent gelernt- eigentlich habe ich nur so rumgemacht. N bißchen Fehlschlüsse, ein paar Literaturangaben verfasst (letzteres hat mich 3-4 Stunden rumgammeln zur Motivationssteigerung gekostet) und nun ist es fast sechs und ich sollte mir noch n bißchen anschauen, was ein Protokoll ist, wie eine Hausarbeit aufgebaut ist und wozu zum Teufel es den Fünfsatz gibt.
Mal ganz davon abgesehen, dass noch 3 Biobücher, 1 Reader und 2 Soziologiebücher zur Bearbeitung anstehen. Vorbereitung ist alles und Fleiß ist das Futter des Intellekts. Sollte ich also nicht bald meine Motivation wiederfinden werden die Psycho-, Anthropo- und Soziologieklausuren ganz böse ins Wasser fallen. Und damit auch meine Zuversicht in die Zukunft und der Glaube an meine eigene Leistungsfähigkeit.
Vielleicht sollte ich einfach meine Einstellung ändern und mein Seelenglück nicht an Klausurnoten festmachen :?. Aber woran dann? Wie gruselig, dass noch nichtmal das, was ich wirklich und einzig machen will in meinem Leben mich ausreichend motiviert morgens aufzustehen...bahnt sich da ne Depression an? Langsam wirds komisch. Ich werde mich im Auge behalten ;).
Also mein Arbeitspensum ist wirklich anspruchsvoll und ich weiß genau, was ich tun muß, aber ich tu es nicht. Dasselbe Spielchen wie ein Messie, der seinen Müll nicht entsorgt. Ich sammle Wissensquellen und mache Lehrpläne, ohne sie abzuarbeiten...Ein geistiger Messie bin ich :(. Soviel zur Selbstorganisation. Ich habe einfach nicht die
charakterlichen Vorraussetzungen, um es zu irgendwas zu bringen. Zumindest jetzt grad nicht. Dafür schlaf ich mal wieder 14 Stunden am Tag und betäube mich mit Musik und DVDs.
Übrigens taucht Tyler Durden in figth club nicht nur kurz hinter dem Arzt am Anfang des Films auf, sondern etwas später auch bei der Hodenkrebsversammlung. Oder haben Harp und Van das erwähnt :?. Sehr surreal...
Ihr fragt euch jetzt sicher alle, wie man Lieraturangaben macht oder? Also ich frag mich das immer wieder weil ich echt schiß habe, dass ich das morgen in der Klausur vergessen habe. Ich kann nämlich nicht lernen- das hab ich nie gelernt hehe. Also behalte ich Dinge, die mich - warum auch immer- tangieren und andere, die zwar wichtig sind, aber von denen mein Gehirn nicht die Priotität erkennt wollen nicht haften bleiben- Vokabeln, Namen, oder eben Zeichensetzungen: Name des Autors : Titel . Untertitel. Aufl. . Erscheinungsort : Verlag , Veröffentlichungsjahr . Seite
So und nicht anders. Harvard-Style ist kürzer: (Nachname Erscheinungsjahr , Seite) . Dann gibt es natürlich noch vielfältige Abkürzungen und eigene Regeln für das Zizieren von Textpassagen, aber ich will euch nicht langweilen.
Die Klausur morgen ist also eigentlich voll der Witz, weil es um "Techniken wissenschaftlichen Arbeitens" geht und um durchzufallen muß man sich schon sehr anstrengen. Leider schwant mir, dass ich es mit den Klausuren im Februar auch so undizipliniert halten werde, wie auf m Gymi bis zum Abi, nämlich nach der Maxime: "Passt schon". Damit fall ich zwar nicht durch werde aber auch nicht grad eine Bereicherung für die Unistatistik sein. Ich kann nur hoffen, dass ich bald irgendwo ein Quentchen Antrieb auftreibe, sonst kann ich mein Leben knicken. Naja, das wird schon. Ein positives hat so ein zwischen dne extremen schwankendes Leben. Es ist nicht eintönig und es kommen wieder bessere Zeiten. Hofft man.
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